Ideen für individuelle Lösungen Reha-Team

Ausgabe Nummer 42 / 2018

Ödem-Patienten in schwieriger Rechtslage

Beim ÖDEMI Brandenburg-Berlin e. V. gab es einen Wechsel an der Vereinsspitze. Die Mitgliederversammlung hat Nancy Halbing zur neuen Vorsitzenden gewählt. Die 32-Jährige war 2017 Vereinsvorsitzende der Cottbuser Wirtschaftsjunioren. Sie wohnt künftig in Peitz, ist verheiratet und beruflich in der Vertriebsleitung der Becker+Armbrust GmbH tätig.
Im Mai wurde der 2. Cottbuser Lip- und Lymphtag
im Hause Zimmermann veranstaltet. Die Produktpräsentationen, Workshops und Vorträge fanden große Resonanz bei den Besuchern.

Interview mit der neuen ÖDEMI-Vereinsvorsitzenden zu ihrer Person und aktuellen Patientenproblemen

 

Frau Halbing, weshalb engagieren Sie sich für Menschen, die unter Lip- und Lymphödemen leiden?
Ich bin seit frühester Kindheit selbst davon betroffen. Und ich finde, man sollte diesen Krankheiten sozusagen ein Gesicht geben. Deshalb setze ich mich persönlich dafür ein.
Wie sind Sie zum ÖDEMI-Verein gekommen?
Seit 2011 bin ich als Patientin in Betreuung bei Frau Kullmann vom Zimmermann-Team. Dadurch bin ich auf die Arbeit des Vereins aufmerksam geworden.
Welches sind die wichtigsten aktuellen Fragen, mit denen Sie sich nun beschäftigen müssen?
Vor allem die Rechtslage der Patienten stellt sich momentan sehr schwierig dar. Man bekommt kaum Therapiegenehmigungen von den Krankenkassen und muss eigentlich überall um seine Rechte kämpfen. Ich bin auch selbst schon wegen der Kassenübernahme einer Liposuktion vor das Sozialgericht gezogen. Aber das Verfahren wurde aufgrund einer Erprobungs-Studie erst mal gestoppt - wie übrigens derzeit alle Verfahren. Da geht es nicht nur um Liposuktionen, sondern auch um Genehmigungen für Drainagen, Lymph-Press-Automaten oder andere Heilmittel, die notwendig sind, um solche Krankheiten zu bekämpfen. Oder wenigstens die Schmerzen zu lindern. Es ist sehr problematisch, irgend etwas von den Kassen genehmigt zu bekommen.
Noch mal zurück zum ÖDEMI-Verein. Wo steht der Ihrer Meinung nach jetzt und in welche Richtung soll es gehen?
Ich finde, er hat sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt. Das kann man an den Mitgliederzahlen erkennen. Ich sehe aber noch ein unglaubliches Potenzial. In Brandenburg und Berlin gibt es kaum Organisationen, die sich mit dem Thema Ödemerkrankungen auseinandersetzen. Das wollen wir nutzen, um diese Probleme besonders mit Veranstaltungen wie Netzwerktreffen noch breiter in die Öffentlichkeit zu tragen.

Apropos Veranstaltungen: Kürzlich fand im Hause Zimmermann mit dem Lip- und Lymphtag das erste große Treffen unter Ihrer Leitung statt. Wie ist es gelaufen?
Der Tag war wirklich toll und wurde deshalb auch von den zahlreichen Besuchern gut angenommen. Wir hatten viele Aussteller aus der Industrie im Erdgeschoss. In den oberen Etagen hat es ein unglaublich starkes Sportangebot gegeben. Weitere thematische Aspekte waren Ernährung und Pflege. Und wie man als Betroffener mit diesen Krankheiten im Alltag zurechtkommt.
Welche Aktivitäten sind für das zweite Halbjahr geplant?
Als nächstes fahren wir in die Seeklinik nach Zechlin. Um dort für unseren Verein zu werben und auch um mit dem Kongresspräsidenten Dr. Manfred Klare über die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Lymphologie zu sprechen, die im Oktober in Cottbus stattfindet. Dort möchte ich gern an der Podiumsdiskussion teilnehmen. Außerdem soll es über alle drei Kongresstage hinweg einen ÖDEMI-Infostand geben. Als großes Jahresabschluss-Highlight planen wir dann auch wieder einen Advents-Treff des Vereins.